Coaching für Jedermann ?! Oder nur für die Führungskräfte?

Zwei Dinge bewegen mich diesen Beitrag zu schreiben:

1. Ein Kurz-Video mit Googles CEO Eric Schmidt, in dem er nach dem „besten Rat in seinem Leben“ gefragt wurde. Er antwortete darauf „einen Coach zu haben“. „Jeder berühmter Sportler oder Performer hat einen Coach…“

2. Dass gemäß der Gallup-Studie mangelndes Führungsverhalten Hauptgrund für fehlende Mitarbeitermotivation gesehen wird. Dies führt bis hin zur inneren Kündigung und gefährdet in erheblichem Maße die Innovationsfähigkeit und damit auch das Überleben eines jeden Unternehmens. Ganz zu schweigen von den Kosten, die aus dieser Unproduktivität heraus resultieren und so die Unternehmen jährlich Milliarden kosten.

Was macht eigentlich ein Coach und wie funktioniert Coaching? 

Aufgabe des Coaches ist es, dem Coachee begleitend bei seiner Problemstellung zu unterstützen unter dem Motto „Hilfe zur Selbsthilfe“. Laut dem Deutschen Bundesverband Coaching e.V. ist Coaching „die professionelle Beratung, Begleitung und Unterstürzung von Personen mit Führungs-/Steuerungsfunktionen und von Experten in Unternehmen/Organisation“. Ziele des Coaching sind es in einem partnerschaftlichen Verhältnis, dem Klienten Zugang zu vorhanden Ressourcen und Wahlmöglichkeiten zu geben. Der Coachee soll durch die Interaktion die Möglichkeit haben „Klarheit, Handlungs- und Bewältigungskompetenz“ zu erlangen (vgl. Migge 2007, S. 22). Zudem soll der Coachee sich durch Selbstreflexion und Selbsterkenntnis über seinen derzeitigen Ist-Zustand bewusst werden, Verantwortung für Handeln und Gedanken übernehmen und somit idealerweise bis hin zum Soll-Zustand seine gesetzten Ziele erreichen. Angestrebt wird dabei die Flexibilität im Verhalten des Coachee zu fördern (vgl. Niermeyer 2007, S. 39).


Sollte nicht jedem Mitarbeiter ein Coach zur Verfügung gestellt werden, den er in einem bestimmten Rhythmus aufsuchen darf, beispielsweise einmal im Quartal?

Zugegeben die Kosten für ein Unternehmen würden stark steigen, doch ist die langfristige Demotivation oder Unproduktivität kein größeres Risiko für ein Unternehmen? Oder sollten nur die Führungskräfte regelmäßig geschult werden? Vielleicht könnte man in diesem Zusammenhang einen Teil der Kosten über das Gehalt abdecken.

Ein Problem könnte sein, dass Mitarbeiter, die auch ohne Hilfestellung schon mit sich und der Umwelt reflektiert sind Gebrauch machen – aber solche Mitarbeiter, die weniger reflektiert und im Coaching keine Chance sondern nur den Stempel der Schwäche oder das Unbehagen sehen, wahrscheinlich mit Abwehr reagieren.

Was meinen Sie? Sollte ein Unternehmen den Mitarbeitern diese Möglichkeit einräumen (auch während der Arbeitszeit?), oder soll dies ausschließlich den Führungskräften vorbehalten sein?

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Ein Gedanke zu „Coaching für Jedermann ?! Oder nur für die Führungskräfte?

  • 30. Juni 2014 um 21:44
    Permalink

    Was meinen Sie? Sollte ein Unternehmen den Mitarbeitern diese Möglichkeit einräumen (auch während der Arbeitszeit?), oder soll dies ausschließlich den Führungskräften vorbehalten sein?

    >> Dem stimme ich absolut zu! Als Personalentwicklungsmaßnahme, auch im Sinne einer Weiterbildung, halte ich dies für sehr hilfreich. Ein Modell wäre, dass Mitarbeiter pro Jahr bis zu zwei Coaching-Stunden in Anspruch nehmen können. Sollte mehr Bedarf bestehen, müssten diese selbst vom MA getragen werden. Dass dies „zu teuer“ für ein Unternehmen werden würde, glaube ich gar nicht. 1., würden längst nicht alle MA ein solches Coaching in Anspruch nehmen wollen (brauche ich nicht, ist was für „Schwächlinge“, etc.), und 2., die die es tatsächlich tun würden sähen dies als Wertschätzung ihrer Person an und was kann es für schönere Motivation geben?

    Wer einen Coach sucht findet hier eine Checkliste im Kurzformat:

    http://www.coaching-ausbildung-kompakt.de/blog/item/14-wie-finde-ich-einen-guten-coach.html

    Herzliche Grüße,

    Peter Reitz

    Antworten

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